Privatleben

BA Medien- und Politikwissenschaft an der Uni Regensburg

Vor knapp zwei Wochen hatte ich meine Absolventenfeier und im Zuge dessen habe ich etwas Zeit damit verbracht, an mein Bachelorstudium zurückzudenken. Da ich damals vor meiner Bewerbung Erfahrungsbericht immer gerne gelesen habe, dachte ich mir, ich schreibe auch einen.

Wieso ist es dieser Studiengang geworden?

Lange Zeit wusste ich während meines Abiturs nicht, was ich studieren wollte. Kurzzeitig wollte ich Staatsanwältin werden. Dann doch lieber Lehrerin. Schlussendlich brachte mich ein Praktikum auf den Zweig “Irgendwas mit Medien”. Klingt Klischee, war aber genauso. Ich wusste nicht genau, in welche Richtung es gehen sollte, aber irgendwie sollte es mit Medien zu tun haben.

Schlussendlich bewarb ich mich bei sieben verschiedenen Unis auf Medienwissenschaft oder vergleichbare Studiengänge. Mein Favorit war dabei Medien und Kommunikation in Passau. Genau das war die erste Uni, die absagte.

Zur Uni Regensburg kam ich eigentlich mehr oder minder durch Zufall. Ich hatte mich dort beworben, weil es von meinem Zuhause nicht so weit weg war und es ja auch Medienwissenschaft war. Wenn ich mich richtig erinnere, war das die erste Uni, die zusagte. Nur konnte ich mein gewünschtes Nebenfach nicht machen. So wurde aus BWL Politikwissenschaft, weil ich mir dachte, dass Medien und Politik sicher eine ganz nützliche Kombination sein könnte.

Medienwissenschaft

Noch heute erinnere ich mich gut an die Worte, die unser Professor in der ersten Vorlesung an uns richtete. Kommunikationswissenschaft ist das, bei dem man sich mit den Menschen beschäftigt und deren Reaktion auf Medien. Medienwissenschaft selbst beschäftigte sich dafür mehr mit den Medien an sich und wie diese aufgebaut waren.

Wir lernten in Medienwissenschaft, wie man Filme analysierte, philosophierten in Seminaren über verschiedene Genre und bekamen natürlich am Anfang eine Einführung in die Mediengeschichte und Medientheorie.

Positiv zu sehen ist dabei, dass die Seminare thematisch weit gestreut sind und man daher eine gute Auswahl hat. Zwar waren Film und Fernsehen am stärksten vertreten, aber auch für Radio und Fotografie gab es immer wieder Möglichkeiten.

Eher negativ zu sehen ist, dass wenig Praxisbezug hergestellt wird. Es gibt ein Pflichtpraktikum und einen Praxiskurs, sowie noch eins von beidem nach Wahl. In den Seminaren selbst und vor allem in den Vorlesungen war es aber sehr trocken und weniger Sachen, die man später im Job anwenden kann.

Politikwissenschaft

Obwohl Politikwissenschaft nicht meine erste Wahl war, so entwickelten sich die Kurse in diesem Fach bald zu meinen Lieblingen. Das lag vor allem daran, dass dort die Dozenten viel Redetalent haben und den Unterricht spannend gestalten. Besonders erwähnen muss ich dabei Herrn Dr. Straßner (durch sein Propädeutikum muss jeder) und Herrn Dr. Graßl (bei ihm hatte ich drei Kurse, weil ich ihn so gut fand).

Positiv zu sehen ist, dass man in alle Bereiche der Politikwissenschaft gut eingeführt wird und durch die dazugehörigen Grundkurse auch gleich die Theorien praktisch anwenden kann. Allgemein waren die Theorien in Politikwissenschaft meiner Meinung nach viel einfacher anzuwenden und auch besser in der realen Welt zu finden.

Negativ fand ich zum Teil, dass man bei den Aufbauvorlesungen in jedem Fachbereich nur eine Wahl hatte. So konnte man zum Beispiel in Internationale Politik in einem Semester nur “Deutsche Außenpolitik” wählen, was nun nicht meine Präferenz gewesen wäre.

Uni Regensburg allgemein

Wer schon einmal an der Universität Regensburg war, weiß, dass sie keine Schönheit ist. Aber man gewöhnt sich über die Jahre hinweg an den Betonbau. Es dauert auch ein bisschen, bis man sich auf dem Gelände zurechtfindet. Da ich aber mit meinen beiden Fächern fast nur im PT-Gebäude war, ging das recht schnell. Nur wenn es dann in andere Gebäude ging, wurde es manchmal eine Suche.

Etwas suboptimal ist, dass alle Geisteswissenschaften nur ein Prüfungsamt haben. Da kann es schon mal vorkommen, dass man ewig wartet, nur um ein Dokument abzuholen.

Auch in der Mensa und den Cafeterien kann es zu Stoßzeiten vorkommen, dass man etwas länger ansteht. Die Mensa an sich ist eigentlich ganz gut. Der Fisch war zwar mal etwas trocken, aber ansonsten konnte ich mich nur selten über mein Essen bestellen. Auch die Cafeterien, die sich in fast jedem Gebäude befinden, bieten Essen an, wobei es sich da mehr um Happen wie belegte Semmeln oder kleine Pizzabrötchen handelt.

Auslandsstudium

Während meines Bachelors war ein Auslandsstudium zwar nicht Pflicht, aber es wurde einem natürlich von jedem Dozenten ans Herz gelegt. Ich hatte die Chance als erste Studentin der Uni Regensburg an die University of the Fraser Valley, Kanada zu gehen.

Dabei wurde mir vom Internationalen Büro gut geholfen und auch die Auswahl für Unis im Ausland fand ich zumindest außerhalb Europas sehr ansprechend. Nur innerhalb Europas gab es eher weniger für Medien- und Politikwissenschaft. Da hatten die Sprachwissenschaften einen klaren Vorteil.

Die Anrechnung meiner Kurse war überhaupt kein Problem, obwohl mir bei einem eigentlich noch das dazugehörige Grundmodul fehlte. Es war nur ein ewiges Gelaufe, weil ich für jeden meiner vier Kurse zu einem anderen Betreuer musste.

Die Stadt Regensburg

Wäre es nur nach der Stadt gegangen, so wäre ich definitiv geblieben. Für Studenten ist Regensburg eine wundervolle Stadt. Es ist immer etwas los und man hat sehr viele Bars zur Auswahl. Regensburg behauptet sogar von sich, die Stadt mit der größten Kneipendichte zu sein.

Der Wohnungsmarkt ist jedoch hart umkämpft, was ich auch zu spüren bekommen habe. Bis ich meine endgültige WG gefunden hatte, war ich auf sicher über zehn Besichtigungen. Da ist mein Rat einfach nur: Dranbleiben, irgendwann findet ihr auch die perfekte WG/Wohnung.

Fazit

Ich habe mich in die Stadt verliebt. Medienwissenschaft war zwar etwas sehr theoretisch, aber trotzdem mochte ich die verschiedenen Seminare. Politikwissenschaft besticht mit tollen Dozenten und man bekommt einen ganz anderen Blick auf die Politik.

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