Schreibroutine
Wie schreibe ich ein Buch

Meine Schreibroutine

Wird ein Autor nach seiner Schreibroutine gefragt, so gibt es immer verschiedene Antworten. Ganz frühmorgens vor der Arbeit, spätabends oder einfach dann, wenn man Lust hat.

Ich muss zugeben, ich bewundere die Autoren, die frühmorgens aufstehen können. Bei mir stelle ich immer wieder fest, dass ich vor 6 Uhr zu nichts zu gebrauchen bin, ab 7 wäre ich dann wahrscheinlich ansatzweise denkbereit, aber vor 8 würde ich mir zumindest derzeit nicht zutrauen, vernünftige Worte aufs Papier zu bringen.

Genauso bin ich aber auch keine Nachteule. Bis drei Uhr nachts durcharbeiten, wie es ein paar meiner Mitbewohner bei Hausarbeiten machen, kann ich nicht. Wenn ich müde bin, dann bin ich müde. Da hilft dann sogar kein Chai Latte (Kaffee mag ich nicht). Einmal habe ich versucht, mit der Müdigkeit zu schreiben. Tja, am nächsten Tag durfte ich das ganze Kapitel nochmal neu verfassen. Hat mir also null gebracht.

Meine Schreibroutine ist eher so angesiedelt, dass ich erst die Arbeiten für den Tag erledige. Zum Beispiel jetzt für die Bachelor-Arbeit recherchieren, einkaufen oder Zimmer putzen. Erst wenn das geschafft ist, darf ich mich an meine Kapitel setzen. Das ist dann meistens so um 15 oder 16 Uhr, also spätnachmittags. Dann schreibe ich ein paar Stunden und hoffe, dass meine Motivation viele Wörter aufs Papier spült. An guten Tagen können bis zum Abendessen schon mal 1k Wörter stehen, an schlechten kämpfe ich um 200.

Nur in seltenen Fällen drehe ich diesen Tagesablauf um. Wenn eine Deadline immer näher kommt und ich dringend mit dem Schreiben fertig werden muss. Dann setze ich die Prioritäten schon mal anders, aber normalerweise geht das Studium vor.

Während der Klausurenphase ist es übrigens so, dass ich gar nicht schreibe, bevor ich nicht Abend gegessen habe. Da kommt dann danach immer die große Umstellung, wenn ich mir versichern muss, dass ich schreiben darf, obwohl es draußen noch nicht dunkel ist.

Es hat bei mir einige Jahre gedauert, bis sich diese Routine eingespielt hat. Ich denke, man muss selbst herausfinden, wann man am besten schreibt. Denn wie gesagt, andere Menschen sind totale Nachteulen und bringen nachts die tollsten Dinge zustande. Außerdem wird das natürlich auch von den äußeren Einflüssen beeinflusst. Wer arbeitet, kann vormittags meist gar nicht schreiben und wer nachmittags Kinder zuhause hat, hat dazu auch meistens keine Zeit. Aber wenn man will, findet man immer einen Zeitpunkt, um zu schreiben. Und wenn es nur eine Stunde und 500 Wörter sind. Jedes Wort bringt uns der Beendigung eines Manuskripts näher.

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