Und plötzlich war da eine Idee

Ideen sind das täglich Brot der Autoren. Es macht Spaß, sich eine neue Idee zu überlegen und in die Welt einzutauchen. Gleichzeitig bin ich wahrscheinlich nicht die einzige Autorin, die von Ideen überrannt wird.

Ein Song im Radio, ein kurzer Satz, sogar eine ganz normale Achterbahn kann eine neue Idee ins Spiel bringen. Und den Ideen ist es egal, ob man sie gerade gebrauchen kann. Sie tauchen einfach auf und nisten sich im Kopf ein.

Manche Ideen bleiben dabei nicht lange. Sie sind nur flüchtige Einfälle und je genauer man darüber nachdenkt, desto klarer wird einem, dass das nicht funktionieren kann, dass es das schon gibt oder dass es eigentlich viel zu wenig für ein ganzes Buch ist.

Diese Ideen sind jedoch die Seltenheit.

Zumindest bei mir bleiben die meisten Ideen länger bestehen und lassen sich auch in eine ganze Handlung ausbauen. Meistens schreibe ich als erstes ein Exposé, um einen ungefähren Handlungsverlauf zu kennen. Das Exposé bleibt meistens nicht so, wie ich es anfangs geschrieben habe, weil sich während des Schreibens Handlungsstränge verändern und die Protagonisten ein Eigenleben entwickeln.

Trotzdem helfen mir diese Exposés den Überblick zu behalten, denn wenn ich so in meinen Buchordner am Laptop schaue, dann zeigt sich mir dieses Bild:

IdeeOrdner

Nur ein kleiner Teil dieser Ordner sind Bücher, die ich schon geschrieben habe. Der Großteil wartet noch darauf, angefangen zu werden und genau aus diesem Punkt brauche ich den ungefähren Handlungsverlauf. Wenn ich mich dann irgendwann an die Idee setze, ist es einfacher, wenn ich noch genau weiß, was ich mir damals gedacht habe.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Wäre es dann nicht am einfachsten, die Ideen einfach nicht aufzuschreiben? Irgendwann würde man sie doch wahrscheinlich vergessen.

Dagegen sprechen 2 Gründe:
  1. Man kann Ideen nicht so einfach vergessen. Ich habe es bei Atlantis versucht, aber selbst als ich zwei Jahre später wirklich das Exposé dafür geschrieben habe, konnte ich mich noch gut an die Grundzüge der Idee erinnern. Natürlich waren mir einige Details entfallen, aber einen groben Handlungsstrang konnte ich trotzdem problemlos verfallen.
  2. Wenn man eine Idee hat, dann ist man meist überzeugt davon und würde sie am liebsten sofort schreiben. Man freut sich darauf, die Welt und Charaktere kennenzulernen und will dieses Gefühl für später aufbewahren, wenn man dann Zeit zum Schreiben hat.

Deswegen haben wir Autoren so viele Ideen. Deswegen geht uns nie der Schreibstoff aus. Eine neue Idee wartet an jeder Ecke, sie muss nur gesehen werden.