Wie schreibe ich ein Buch – Namenssuche

Wir hatten schon einen Beitrag zur Titelssuche, aber fast noch wichtiger finde ich die Namenssuche der Protagonisten. Ohne einen guten Namen finde ich das Schreiben sehr schwierig. Ich bin nicht der Typ, der mit Platzhaltern schreiben kann. So ein X macht sich irgendwie komisch im Textverlauf.

Wie komme ich also auf die Namen meiner Protagonisten?

Am wichtigsten ist für mich, wo und in welcher Zeit die Geschichte spielt. In Italien sind andere Namen beliebt als in den USA und es wäre wenig authentisch, wenn ein gebürtiger Italiener Collin heißen würde.

Aus diesem Grund durchstöbere ich als erstes die Vornamenslisten im Internet, passend zum Land und zur Zeit. Dafür gebe ich bei Google einfach Vornamen Geschlecht (Wenn nötig Zeit) ein. Dann klicke ich auf den ersten Link, der mir angezeigt wird und lese mich durch die Namen.

Wie entscheide ich mich für einen Namen?

Das ist bei mir meist eine Gefühlssache. Nur selten suche ich für meine Protagonisten einen Namen mit Bedeutung, sondern entscheide mich für einen Namen, den ich schön finde und den ich inzwischen auch noch nicht als Hauptperson genutzt habe. Bei den Nebenpersonen habe ich damit inzwischen aufgegeben. Da schleichen sich immer wieder die gleichen Namen ein.

Bei mir hat sich inzwischen herausgestellt, dass ich anscheinend ein Faible für männliche Namen mit J am Anfang habe – Jonathan, Joe, Johannes, (Giovanni von der Aussprache her). Selbst wenn ich es versuche, schlussendlich schleicht sich doch irgendwie ein solcher Name ein.

Manchmal habe ich bestimmte Namen vorgegeben, wie zum Beispiel bei meinen Erzengel-Chroniken. Für meinen männlichen Protagonisten konnte ich mich nur zwischen Raphael, Gabriel, Uriel und Michael entscheiden, da ich diese für mich als die vier Erzengel festgelegt hatte. So etwas macht die Entscheidung natürlich viel einfacher.

Woher weiß ich, dass es der richtige Name ist?

Ich finde, dass es kein richtig oder falsch ist, solange der Name in Zeit und Ort passt. Ob du deinen Protagonisten Paul oder Mike nennst, ist deine Entscheidung und sollte danach fallen, welchen Namen du lieber magst. Schließlich wirst du einige Monate mit dem Namen verbringen müssen.

Namenssuche wird meiner Meinung nach vor allem dann schwerer, wenn man schon mehrere Bücher geschrieben hat und die Auswahl immer kleiner wird. Aber selbst dann finde ich immer noch neue Namen, die mir gefallen und/oder die sich in Kombination mit dem anderen Protagonisten gut anhören.

Mein Tipp: Verlasst euch einfach auf euer Gefühl, dann findet ihr den richtigen Namen. Ansonsten gibt es ja zum Glück genug Listen auf Google, die auch die Bedeutung von Namen liefern.

Wie schreibe ich ein Buch? – Plotten

Jeder Autor plottet anders. Manche plotten gar nicht.

Anfangs habe ich auch nicht geplottet, sondern einfach ins Blaue hineingeschrieben. Das hat sich aber seit Magica geändert, da ich da mit den Sichten aufpassen musste, dass sie gut aufeinander passen.

Seitdem existieren bei mir, bevor es richtig ans Schreiben geht, ein Exposé und ein sogenannter Kapitelplan.

Wie genau ein Exposé bei mir aussieht, erkläre ich in einem späteren Beitrag, aber ich zeige euch mal mit dem Anfang von Italian Escape, was ich mit Kapitelplan meine.

Plotten IE

Hier seht ihr den ursprünglichen Kapitelplan von Italian Escape. Während der Überarbeitung ist der Prolog zu Kapitel 1 geworden und alles hat sich von der Nummerierung verschoben, aber von der Handlung her, ist es gleich geblieben.

Wenn ich also meinen Kapitelplan erstelle, schreibe ich mir als erstes die 30 Kapitel auf, die es mit Inhalt zu füllen gilt. Dabei kann es natürlich sein, dass es am Ende mehr Kapitel werden, da ich ab und zu den Kapitelplan an neue Gegebenheiten anpasse, aber die 30 Kapitel sind bei mir das Grundgerüst.

Dann fülle ich nach und nach die Kapitel mit kurzen “Überschriften”, die sagen, was in dem Kapitel passieren soll. Wie ihr sehen könnt, ist das meist keine große Vorgabe und dadurch haben meine Protagonisten noch einen eigenen Handlungsspielraum. Ich will nur, dass die Überschrift in dem Kapitel abgehandelt wird.

Manchmal wird aus einem Kapitel beim Schreiben zwei, aber das lässt sich in einem Word-Dokument zum Glück einfach ändern.

Das ist bei mir auch sehr wichtig. Zwar will ich vor Beginn des Schreibens den Großteil der Kapitel gefüllt haben und auf jeden Fall die wichtigsten Handlungspunkte festsetzen, aber während des Schreibens kann sich immer wieder was ändern. Bei Entflammtes Erbe habe ich zum Beispiel das Ende einige Male geändert, bei Camelot einige Kapitel verlängert.

Aber für mich ist der Kapitelplan auch nur eine Sicherheit, die ich inzwischen einfach zum Schreiben brauche. Steckbriefe, Zeitleisten oder die Schneeflocken-Technik sind bei mir nicht wichtig. Solange ich meinen Kapitelplan ungefähr ausgefüllt habe, kann ich einigermaßen problemlos schreiben.