Zwei Köpfe vor einer Bücherwand symbolisieren die verschiedenen Personen bei der Charaktererstellung
Hinter den Kulissen des Schreibprozesses

Charaktererstellung

Oft stellen sich die Protagonisten ungefragt vor. Manchmal sogar mit Namen und Aussehen. Aber zur Charaktererstellung gehört noch mehr. Wir müssen die Personen mit Emotionen, einer Geschichte und Eigenschaften füllen. Erfahrt hier, wie ich dabei vorgehe.

Motivation

Jeder Charakter sollte eine Motivation vorzuweisen haben. Irgendetwas, was ihn in der Geschichte antreibt. Am einfachsten ist das natürlich bei dem Helden oder der Heldin und dem oder der Gegenspieler:in. Einer will die Welt retten, der andere unendliche Macht erlangen. Inzwischen ist es jedoch häufig so, dass es die Grenzen nicht mehr so eindeutig gezogen werden. Hinter einer solch vermeintlich simplen Motivation steckt häufig eine tiefergehende Geschichte.

Überleg dir hierfür am besten, welche Geschehnisse in der Vergangenheit deine Protagonistin oder deinen Protagonisten beeinflusst haben. Daraus kannst du die Motivation ableiten.

Persönlichkeit

Dann wird es wichtig, den Protagonisten Persönlichkeit zu geben. Bei mir funktioniert das am besten mithilfe der Seite 16Personalities. Eigentlich ist der Test darauf ausgelegt, die eigene Persönlichkeit einer bestimmten Charakterart zuzuordnen. Aber du kannst es auch auf deine Protagonisten anwenden. Zu diesem Zweck werden verschiedene Aussagen getroffen, bei denen du dich oder deinen Charakter einordnest. Das kann dazu führen, dass du über Gegebenheiten nachdenkst, die dir zuvor gar nicht in den Sinn kamen. Wie lang kann dein Charakter auf Mails warten? zum Beispiel.

Bei Fantasybüchern muss man ab und zu etwas um die Ecke denken. So auch bei der Mail-Fragen. In den wenigsten High Fantasy-Welten gibt es technischen Geräte. Pass die Aussagen einfach an deine Gegebenheiten an. So oder so musst du überlegen, wie geduldig dein:e Protagonist:in ist.

Am Ende erhältst du eine Übersicht, welche Charakterart die Person ist. In dieser Übersicht sind auch Informationen zu den Menschen dieser Art enthalten. Dabei handelt es sich um Stärken, Schwächen, aber auch um berufliche oder beziehungstechnische Verhaltensweisen. Auch wenn nicht alles auf deine Protagonisten zutrifft, kann es eine Inspiration sein. Du wirst jedoch erstaunt sein, wie viel zu deinen Ideen im Kopf passt.

Charaktererstellung bei einer Liebesbeziehung

Dieser Punkt ist ähnlich wie der über die Motivation. Wenn eine Liebesgeschichte eine zentrale Rolle in deinem Buch spielt, überlege dir, wieso die beiden sich ineinander verlieben. Das Schwierige: Mach diese Gründe nicht an der Handlung fest. Schließlich möchtest du, dass sie auch danach noch zusammen bleiben und nicht nur, weil sie einander für eine bestimmte Aufgabe brauchen. Themen wie Vertrauen, Gefühle von Sicherheit oder gleicher Humor könnten solche Liebesgründe sein.

Figurenübersicht

Zu guter Letzt ist es hilfreich, wenn du dir eine Art Mind Map mit den wichtigsten Personen erstellst. Wie stehen alle zueinander und welche Konflikte können daraus entstehen. Damit fügst du all deine Informationen nochmal zusammen und hast einen Überblick, wen du wie einsetzen kannst. Hier reichen zwei bis drei Stichworte beim Charakter beschreiben.

Weitere Tipps

Natürlich kannst du für die Charaktererstellung auch ein Tool wie Papyrus-Autor benutzen. Die Figurendatenbank in der V11 bietet mit den verschiedenen Aspekten auch einen roten Faden.

Wenn dir der Name nicht automatisch zugeflogen ist, findest du bei meinem Beitrag über Namenssuche Tipps, wie du das ändern kannst.

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