Vor einer Veröffentlichung stellen sich viele Autor:innen diese Frage. Nutzt man den eigenen Namen oder lieber ein Pseudonym. Auch ich stand damals vor einigen Jahren vor dieser Entscheidung. Erfahre, was Pseudonym bedeutet, wann es sinnvoll sein kann und wieso ich mich dagegen entschieden habe.
Was bedeutet Pseudonym?
Ein Pseudonym ist ein erfundener Name, der genutzt wird, um unerkannt zu bleiben. Der Begriff kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet übersetzt „fälschlich so genannt“. In Bezug auf die Autorentätigkeit wir dabei ein offenes und ein geschlossenes Pseudonym unterschieden. Ein offenes Pseudonym bedeutet, dass die Leute wissen, wer in Wirklichkeit hinter dem Namen steckt. Bei einem geschlossenen Pseudonym ist das nicht der Fall, sondern die Person bleibt versteckt und zeigt sich nicht in der Öffentlichkeit.
Ein bekanntes Beispiel für ein Pseudonym ist Nora Roberts, die unter dem Namen J.D. Robb Krimis veröffentlicht.
Warum ist es als Autor:in manchmal sinnvoll, ein Pseudonym zu nutzn?
In den meisten Fällen hängt die Nutzung eines Pseudonym als Autor:in damit zusammen, wie sehr man erkannt werden möchte. Wenn man nicht seinen eigenen Namen nutzt, ist das Risiko geringer, dass Bekannte das Buch erkennen. Sollte man also so schreiben wollen, dass Familie, Freunde und Bekannte nichts davon erfahren, kann sich ein Pseudonym lohnen.
Ein weiterer Grund ist der eigene Job. In manchen Berufe kann es Sinn ergeben, Brotjob und Autorentätigkeit strikt getrennt zu halten. Hierzu gehören je nach Genre des Buchs Psychotherapeut:innen oder Jurist:innen. Aber auch als Erzieher:in kann ein Pseudonym sinnvoll sein, wenn du zum Beispiel Erotik-Romane schreibst und nicht möchtest, dass die Eltern davon erfahren.
Wie du siehst, dreht sich also alles um die Frage, ob du direkt als Autor:in erkannt werden willst. Bedenke zum Beispiel, dass bei vielen Bewerbungen dein Name gegoogelt wird. Wenn du kein Pseudonym nutzt, werden deine Bücher in den Suchergebnissen auftauchen.
Wie kannst du das richtige Pseudonym finden?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das passende Pseudonym für dich zu finden. Hier ein paar Ideen, mit denen du spielen kannst:
- alte Familiennamen, z.B. der Nachname der Mutter oder der Vorname einer Tante
- Namen, die du gern magst
- Namen, die deinen ähnlich sind, dann musst du dich weniger umgewöhnen.
Achte darauf, dass der Name zu deinem anvisierten Genre passt. Auch meine Ratschläge für die Namensfindung bei Charakteren können hier hilfreich sein. Etwa, wenn du eine besondere Bedeutung für dein Pseudonym möchtest.
Obwohl es bei Pseudonymen nichts wie ein Titelschutzrecht gibt, solltest du trotzdem auch nachsehen, dass es keine weiteren Autor:innen mit dem Namen gibt. Sonst könnte das bei der Suche etwas suboptimal sein. Vor allem, wenn ihr im gleichen Genre veröffentlicht.
Wieso ich mich gegen ein Pseudonym entschieden habe
Ich habe mit vielen Namen herumexperimentiert. Namen, die ähnlich wie meine Unterschrift aussahen. Namen, die etwas mit dem Nachnamen meiner Mutter zu tun hatten. Oder aber einfach Namen, die mir gefielen.
Vor allem das letzte bereitete mir Probleme, denn meine Lieblingsnamen hatte ich schon in Manuskripten verarbeitet. Allgemein fiel es mir bei den Überlegungen schwer, einen Nachnamen zu finden. Das hasse ich schon für Bücher und dort haben sie meist nicht so viel Relevanz wie bei einem Pseudonym, das längere Zeit für einen Selbst stehen muss.
Die Sache mit der Zeit war auch das größte Problem. Egal, wie sehr ich die Namen mochte, nach einigen Stunden konnte ich mich nicht mehr damit identifizieren.
Aber der wichtigste Grund, wieso ich kein Pseudonym gewählt habe, ist die Tatsache, dass ich irgendwie doch gerne meinen eigenen Namen auf dem Buch stehen haben wollte. Ich wollte nicht immer erklären müssen, dass ich hinter diesem Namen stecke.
Deswegen habe ich am Ende beschlossen, dass ich unter meinem richtigen Namen veröffentliche.
Ist ein Pseudonym damit allgemein aus dem Kopf?
Nein, das ist es natürlich nicht. Vor der Veröffentlichung von Italian Escape habe ich darüber nachgedacht, für reine Romance einen anderen Namen zu benutzen. Doch wieder fand ich nichts, was mir gefiel und schließlich war Romance auch nicht so unähnlich zu Fantasy.
Sollte ich irgendwann mal ein Genre schreiben, das komplett anders ist, werde ich mich dieser Frage sicher wieder stellen müssen. Aber das liegt in der Zukunft und erstmal bleibe ich bei Fantasy und Romance als bevorzugte Genres.