Lektorat
Hinter den Kulissen des Schreibprozesses

Lektorat – Anstrengend aber wertvoll

Das Lektorat ist ein Aspekt der Veröffentlichung, der mir am Anfang Angst gemacht hat. Deswegen erzähle ich in diesem Beitrag, wie ich vorgehe, wenn ich ein Lektorat zurückbekomme. Ein Lektorat ist Arbeit, manchmal mehr, manchmal weniger. Ich hatte schon beide Extreme, aber im Großen und Ganzen ist alles problemlos machbar.

Einen ersten Überblick im Lektorat verschaffen

Das ist immer mein erster Schritt. Ich verschaffe mir einen ersten Überblick, wie viel Arbeit ungefähr auf mich zukommt. Dazu klicke ich als erstes auf den Überarbeitungsbereich bei Word und schaue mir an, wie viele Änderungen und Anmerkungen gemacht wurden. Das zeigt mir, wie viel ich ungefähr zu tun haben werde, wobei ich besonders auf die Kommentaranzahl achte. Denn normalerweise sind Kommentare das, was am meisten Arbeit verursacht.

Dann klicke ich mit Annehmen und Ablehnen durch das Dokument. Kleine Anmerkungen, die sich in wenigen Sätzen erledigen lassen, ändere ich in diesem Durchgang. Größere Sachen, die manchmal auch an anderen Stellen des Dokuments eingefügt werden müssen, schreibe ich mir auf, um sie dann später zu bearbeiten. Denn dafür brauche ich etwas mehr Zeit zum Nachdenken.

Mir ist bewusst, dass einige Autor*Innen es anders machen, aber das zeigt wieder, dass es unterschiedliche Arbeitsweise gibt. Keine davon ist per se falsch.

Die größeren Änderungen im Lektorat

Sobald ich das erste Mal durch das ganze Dokument bin, schaue ich mir meine Liste an. Bei diesen Punkten handelt es sich meist um Aspekte, die im Verlauf der Handlung angepasst werden müssen und meist mehrere Kapitel betreffen. Ich überlege mir, wie ich am vernünftigsten vorgehe und welche Punkte sich wie bearbeiten lassen. Dabei mache ich mir auch Gedanken darüber, wo ich die Anmerkungen am schönsten im Dokument einfügen kann.

Nach und nach arbeite ich also diese Liste ab, wobei ich mir meist die größten Baustellen bis zum Schluss aufhebe. Das sind zum Beispiel Kapitel, die ich teilweise umschreiben muss, oder Szenen, die ich mit Gefühlen ausbauen muss.

Habt keine Angst, dass ihr euer Buch verliert. Bisher ist mir das noch nie passiert und wenn ihr länger darüber nachdenkt, werdet ihr bei den Anmerkungen der Lektor*In merken, dass es Sinn ergibt. Sie wollen nur das beste für euer Skript und das ist doch auch euer Ziel. Obwohl ich zum Beispiel Ein Pfad aus Eis und Liebe nach dem ersten Lektorat nochmal komplett neu geschrieben habe, hatte ich nie das Gefühl, mein Skript zu verlieren. Es waren immer noch meine Handlung und meine Charaktere – nur eben in einer besseren Version.

Last but not least: Das letzte Lesen

Nachdem ich nun alles geändert habe und die Anmerkung meiner Lektorin so gut wie möglich versucht habe umzusetzen, lese ich mir nochmal das ganze Manuskript durch. Das dient vor allem dazu, dass ich überprüfen will, wie sich alles zusammenfügt. Sollte ich dabei feststellen, dass etwas nicht passt, kann ich das noch ändern.

Und dann geht es zurück zu meiner Lektorin für den zweiten Durchgang

Der zweiten Durchgang ist dann meist recht einfach. Hier wird der Fokus auf den Stil gelegt und das lässt sich leicht einfügen oder sogar nur mit der Änderungsnachverfolgung abnehmen.

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